Mein Name ist Dirk. Ich habe Pohlmann gefunden. Oder er mich. Aber der Reihe nach. Letzten Herbst lag ein Buch auf dem Altpapiercontainer meines Vertrauens. Als Wörterfreund und Textrecycler konnte ich das natürlich dort nicht liegen lassen. Es war so ein Readers-Digest-Band, in dem drei Romane mit Leseproben vorgestellt werden.

Ich habe irgendeine Seite aufgeschlagen und bin auf Pohlmann gestoßen, ein Charakter in dem Buch "Atlantik-Transfer" von Hinrich Matthiesen. Ich habe keine Ahnung, wer dieser Pohlmann ist. Ich habe auch keine Ahnung, worum es in der Story geht. Muss ich auch nicht. Mir reichte Pohlmann, und so entstand das Blackout "Pohlmann und das kleine Übel."

Zur Entspannung und gegen die Langeweile mache ich gerne Blackouts. Das sind Textverdunkelungen, bei denen man in alten Zeitungsartikeln rummalt. Da existieren die Wörter schon, und ich muss sie einfach nur in einen neuen Sinnzusammenhang bringen, indem ich ein paar Wörter wegstreiche. Aber manchmal habe ich selbst auch ein paar Buchstabenkombinationen im Kopf und möchte die zu einem Text formen. Als ich mir nun diesen Sammelband angeschaut habe und auf Pohlmann gestoßen bin, kam mir der Gedanke, beides miteinander zu verbinden.

Also schrieb ich einen kleinen Text über Pohlmann und wie er das kleine Übel aus dem Seitenfach seiner Reisetasche holt. Als die Geschichte fertig war, war sie aber noch nicht fertig. Mir war klar, dass Pohlmann das Zeug zu mehr hat. Also habe ich nun diese Idee, eine größere Story über Pohlmann zu schreiben, und die Blackouts, die ich auf dem Weg dahin durch die Seiten streiche, weisen mir den Weg und sind Sprungbrett für den weiteren Verlauf der Geschichte.

Als das erste "Kapitel" fertig war, habe ich Benjamin Rabe davon erzählt, einem wunderbaren Menschen und begnadeten iPad-Maler, der mit seinem Finger über Displays streicht und dabei die schönsten Bilder und Animationen zaubert. Ben hatte sofort Lust, Pohlmann zu zeichnen. Und ich hoffe, dass er mich und Pohlmann auf seinem Weg begleiten wird. Das Ganze ist ein Experiment, liebe Freunde, ein Zusammenspiel aus Blackouts, selbst geschriebem Text und den Bildern, die Benjamin malt.

Ich weiß nicht, wohin es führt, aber ich möchte hier die einzelnen Fragmente zu Pohlmann sammeln. Und immer, wenn ich ein oder zwei neue Blackouts gemacht habe und eine kleines Kapitelchen dazu geschrieben habe, werde ich es hier veröffentlichen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mich auf diesem Weg begleitet und mit mir erfahrt, was Pohlmann so erlebt, auf seiner Suche nach dem Glück.